Briefe an das Selbst 03

Episode 5 – „Die Briefe, die niemand liest“
In einer stillen Nacht…
als alles schlief…
begann Subina zu schreiben.
Nicht für jemanden.
Nicht, um gehört zu werden.
Sondern…
um sich selbst nicht zu verlieren.
Es war kein Plan.
Kein Ziel.
Nur ein Moment…
in dem ihre Gedanken zu laut wurden,
um weiter zu schweigen.
Sie nahm ein Blatt Papier.
Und schrieb:
„An mich…“
Zuerst kamen keine Worte.
Nur Stille.
Dann…
ganz langsam…
begann etwas zu fließen.
Sätze,
die sie nie gesagt hatte.
Gefühle,
die sie lange versteckt hatte.
Fragen…
ohne Antworten.
Sie schrieb über Müdigkeit.
Über das ständige Geben.
Über das Gefühl…
nicht gesehen zu werden.
Aber zwischen den Zeilen…
war noch etwas anderes.
Etwas Weiches.
Etwas Ehrliches.
Sie selbst.
Zum ersten Mal seit langer Zeit…
hörte sie sich zu.
Ohne Angst.
Ohne Urteil.
Nacht für Nacht…
schrieb sie weiter.
Kleine Briefe.
Manche voller Schmerz.
Manche voller Sehnsucht.
Und manchmal…
voller Hoffnung.
Niemand hat diese Briefe gelesen.
Kein Blick fiel auf sie.
Kein Wort wurde beantwortet.
Und doch…
waren sie nicht leer.
Denn jedes Wort…
brachte sie ein kleines Stück zurück.
Zu sich.
Vielleicht…
müssen nicht alle Briefe an andere gerichtet sein.
Vielleicht…
sind die wichtigsten…
die, die wir an uns selbst schreiben.
Und vielleicht…
beginnt genau dort etwas Neues.

Episode 6 – „Sehnsucht und Verlust“
Es gibt ein Gefühl…
das man nicht erklären kann.
Es ist leise.
Und doch…
ist es überall.
Subina kennt dieses Gefühl.
Sehnsucht.
Nicht nach einem Ort.
Nicht nach einer Person.
Sondern nach etwas…
das keinen Namen mehr hat.
Manchmal sitzt sie einfach da…
und schaut ins Leere.
Nicht, weil da nichts ist.
Sondern weil zu viel in ihr ist.
Erinnerungen…
die kommen und gehen.
Momente…
die sie nicht festhalten konnte.
Gefühle…
die sie nicht ganz verstanden hat.
Und irgendwo dazwischen…
ist ein leiser Schmerz.
Kein lauter.
Einer,
den man mit sich trägt…
ohne ihn zu zeigen.
Subina vermisst etwas.
Aber sie weiß nicht genau…
was.
Vielleicht…
ist es die Version von ihr…
die sie einmal war.
Die Frau,
die noch leicht war.
Die noch geglaubt hat…
dass alles möglich ist.
Oder vielleicht…
vermisst sie nur das Gefühl…
ganz zu sein.
Denn Verlust…
ist nicht immer sichtbar.
Manchmal verliert man Dinge…
ohne es zu merken.
Ein Lächeln.
Einen Traum.
Sich selbst.
Und eines Tages…
spürt man nur noch diese Leere.
Doch in dieser Leere…
ist auch etwas anderes.
Raum.
Raum für Erinnerung.
Raum für Gefühl.
Und vielleicht…
auch Raum…
für einen neuen Anfang.